Shorty's Blog

Wandern mit Hund

Bergwandern ist eine tolle Aktivität für Mensch und Hund. Auch auf längere Bergtouren lassen sich Hunde – klein wie groß – perfekt mitnehmen. Herrli und Frauli lassen sich dazu vielleicht sogar leichter motivieren sich zu bewegen und für den Hund ist es ein tolles Erlebnis und perfekte Auslastung. Leider sind aber gerade in letzter Zeit Hunde immer weniger gern am Berg gesehen, weil auch immer wieder von Vorfällen berichtet wird, in denen Intoleranz zu Problemen aller Art geführt haben. Um dies zu vermeiden, habe ich euch die wichtigsten Verhaltensregeln für ein tolles Miteinander am Berg zusammengefasst.

Stella, Carlo und Shorty beim Wandern

Keine Ausreden!

Für mich war die Idee mit einem Hund wandern zu gehen einer von vielen Gründen, mir einen Hund anzuschaffen. Ein Argument, warum man den Hund zum Wandern mitnehmen sollte wurde mir aber erst klar, als ich mit meinem Hund dann auch wirklich unterwegs war: Hunde sind spitzenmäßige Kontaktknüpfer! Geht man mit dem Hund auf einen Berg, kann man sich sicher sein, mehrere andere Hundebesitzer zu treffen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Interessanterweise, oder eher erschreckenderweise, habe ich aber festgestellt, dass sehr viele Hundebesitzer ohne ihre Hunde wandern sind. Ein Fakt, den ich anfangs überhaupt nicht verstehen konnte. Ausreden wie „Mein Hund ist zu dick zum Wandern“, „Mein Hund ist zu alt zum Wandern“ oder „Mein Hund ist zu klein zum Wandern“ stehen auf der Tagesordnung und allesamt sagen: „Ich würde meinen Hund auch gerne mitnehmen!“  Ja verdammt noch Mal .. DANN NIMM DEINEN HUND DOCH EINFACH MIT!

Aber mein Hund ist zu dick zum Wandern!?

Dieses Argument ist nicht zu kommentieren, oder? Erklärt sich die Antwort nicht von selbst? Denke vielleicht mal drüber nach, warum dein Hund zu dick ist 😉

Ich habe einen kleinen Hund, der kann nicht so weit gehen!?

Herzlichen Glückwunsch! Du wurdest eben in die Schublade: „Handtaschenhund“ gesteckt! Dein Hund hat 4 Pfoten und diese hat er nicht nur um sich  zu jucken, sondern um sich damit fortzubewegen! Unser Chihuahua-Mix Carlo ist mit seinen 4 kg einer der ausdauerndsten Hunde, die ich kenne. Wir haben mit unseren Hunden schon 20km Wanderungen mit 1000 Höhenmetern zurückgelegt, was für die großen Hunde (Labrador Retreiver und Border Collie) schon sehr anstrengend ist und an die Grenzen geht. Carlo ist derjenige, der am fittesten von allen (Mensch und Hund) ins Auto steigt und dann noch fragt: „Gehen wir daheim aber schon noch kurz Gassi oder?“ Bewältigt man schwieriges Gelände (Starke Steigungen bzw. Gefälle) oder ist der Hund sichtlich erschöpft hat er ausserdem den Vorteil, dass man ihn auch mal tragen kann, aber nicht vergessen: auch kleine Hunde können große Distanzen ohne Probleme überwinden, wenn sie das gewohnt sind. Tragen muss man nur wenn’s gar nicht mehr anders geht!

Carlo posiert am Berg beim Wandern

Carlo – der 11 Jährige Chihuahua-Mix – ist am Berg fit wie eine Gams

Mein Hund ist zu alt zum Wandern!?

Dieses Argument darf man natürlich nicht ganz ausnahmslos zurückweisen. Ist ein Hund wirklich zu alt und nicht mehr gut auf den Beinen, dann sollte ihm natürlich die Ruhe gegönnt werden und er sollte sich wenn du auf Wanderung gehst einen schönen Tag zu Hause machen dürfen! ABER: Alt heißt nicht, dass er sich nicht mehr bewegen muss oder nicht so fit wie ein Junger ist. Fitness ist auch eine Frage der täglichen Auslastung. Übrigens, habe ich schon erwähnt, dass Chihuahua-Mix Carlo bereits rund 11 Jahre alt ist. Er ist mit seinen 11 Jahren und 4 kg ausdauernder als die große 2-jährige Labradorhündin Stella und der 18 Monate alte Border-Collie Shorty. 

Entspanntes und rücksichtsvolles Wandern mit Hund

Bergsport wird immer populärer und das merkt man daran, dass zum einen mehr Menschen auf Wanderungen gehen, zum anderen aber auch, dass die Vielfalt an Angeboten immer mehr wird: Mountain Biking, Rodeln, Wandern, Nordic Walking, Wandern mit Hund, Wandern mit Familie, Berg-Kart fahren und Vieles mehr. Außerdem gibt es auch noch Andere, die die Berge bewohnen oder bewirtschaften! Bauern, Förster, Almhüttenbetreiber, aber auch Tiere, wie Kühe, Pferde, Schafe oder andere Wildtiere! Jeder hat seine Berechtigung und jeder soll die Möglichkeit haben, die Berge zu benutzen!
Umso wichtiger ist es, deshalb aufgeschlossen zu sein und aufeinander Rücksicht zu nehmen.

 

Worauf muss ich beim Wandern mit Hund nun also achten?

Eigentlich ist es recht einfach: Hausverstand einschalten und Rücksicht auf andere nehmen, dann kann man nichts falsch machen! Was das aber konkret heißen kann, habe ich in den folgenden Punkten zusammengefasst:

  1. Erkenne deine Grenzen und die deines Hundes!
    Wie auch beim Menschen, stoßen Hunde beim Wandern möglicherweise an ihre Grenzen! Daher ist es wichtig, die Länge und den Schwierigkeitsgrad der Wanderung auch an die Kondition des Vierbeiners anzupassen! Speziell bei Gelenkskrankheiten o.Ä. sollte man natürliche auf ausgedehnte Wanderrouten verzichten und eher einen gemütlichen Spaziergang am See anstreben!
  2. Hund an die Leine!
    Dein Hund ist brav und „tut nix“? Dann muss er doch nicht an die Leine oder? Naja, gerade beim Wandern sollte man trotzdem aus Rücksicht auf andere aber vor allem auch als Schutz für den eigenen Hund an die Leine! Bist du auf einem Forstweg oder in der Nähe einer Mountainbike Strecke, so besteht auch für deinen Hund die Gefahr, verletzt zu werden, wenn er zu weit von dir weg geht! Ein Mountainbiker oder noch schlimmer ein Traktor oder LKW könnte deinen Hund erfassen und verletzen! Vorsicht ist ebenso geboten auf schmalen Wegen mit steilen Abhängen – Sicherheit steht an erster Stelle und durch die Leine kann dies auch hier besser gewährleistet werden. Gehst du auf einem Wanderweg auf dem du dir sicher bist, dass keine Gefahren für deinen Hund sind, solltest du trotzdem darauf achten, dass dein Hund kontrollierbar in deiner Nähe ist. Nicht jeder mag Hunde und nicht jeder andere Hundehalter wünscht Kontakt mit seinem Hund – und das ist zu respektieren! Ist dein Hund nicht perfekt abrufbar, musst du ihn trotzdem nicht immer an die kurze Leine nehmen. Eine 5-10 Meter Schleppleine ist eine tolle Alternative und der Hund wird dadurch – selbst bei nicht ganz perfekter Abrufbarkeit – kontrollierbar!
  3. Nicht jeder mag Hunde – „Platz machen“!
    Triffst du auf andere Wanderer, Radfahrer und vor allem andere Hunde, dann bring deinen Hund unter Kontrolle und leg ihn bei Bedarf ab! Dies zeigt nicht nur den Respekt und die Rücksicht gegenüber allen anderen, sondern ist auch eine tolle Übung die man in die Wanderung einbauen kann. Diese Übung stärkt nicht nur die Bindung zwischen Mensch und Hund, sondern man erntet dadurch auch großes Lob von anderen Menschen auf dem Berg: „Wahnsinn, wie dein Hund folgt“, „Sowas sieht man selten, so brav!“ – Dabei wäre die Übung für alle recht einfach, wenn man sie regelmäßig durchzieht!
  4. Nimm deinen Dreck und den deines Hundes mit nach Hause!
    So wie du den Müll den du produzierst mit nach Hause nehmen solltest, so solltest du auch den Kot deines Hundes mitnehmen. Ein weiterer Schritt dahin, dass jeder auf jeden Rücksicht nehmen soll!
  5. Verhaltensregeln auf Almen!
    Bäuerinnen und Bauern leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung unserer Almlandschaft. Darum sollte man sich respektvoll an diese Landschaft anpassen um Probleme zu vermeiden. Immer wieder hört man von Angriffen von Mutterkühen, wobei dies so einfach zu vermeiden wäre! Mit diesen 10 Verhaltensregeln des BMNT kommt ihr gut über die Alm:

10 Verhaltensregeln auf der Alm (Quelle: www.bmnt.gv.at)

Ich packe meinen Rucksack und nehme mit …

Damit Hund und Mensch einen entspannten und schönen Tag haben können, sollte man einige Dinge nicht vergessen:

  1. Ausreichend Wasser!
    Der Hund hat zwar den großen Vorteil, dass er schnell man in den kleinen vorbeifließenden Bach springen kann und dort trinken, aber was, wenn kein Bach in der Nähe ist? Unbedingt ausreichend Wasser für den Hund (und auch für die Zweibeiner ;)) mitnehmen!
  2. Leckerli und Kauartikel
    Leckerli sollten natürlich bei jedem Spaziergang dabei sein, damit man die eine oder andere Situation vielleicht entspannter meistern kann und den Hund für richtiges Verhalten bestätigen kann.
    In Pausen – z.B.: bei der Almhütte – gibt es für den Wanderer meist eine Stärkung. Nimm deinen Hund auch etwas zum Kauen mit – er wird es dir danken und die Pause genießen können!
  3. (Schlepp-)Leine
    Auch wenn dein Hund „brav ist“ und „nix tut“ ist die Leine eine Grundausstattung! Speziell an der Alm muss der Hund an der kurzen Leine geführt werden. Wie bereits geschrieben ist eine Schleppleine eine tolle Alternative, wenn dein Hund nicht 100%ig abrufbar ist. Damit kann er sich freier bewegen und ist trotzdem viel besser kontrollierbar.
  4. Maulkorb
    Für Fahrten mit der Gondel, Bus, Schiff, e.t.c. musst du einen Maulkorb mitführen! Bitte vergiss nicht, dass einen Maulkorb zu tragen geübt sein soll. Benutzt du ihn zum ersten Mal, wenn du ihn akut brauchst, so wird dein Hund etwas dagegen haben und ihn versuchen wieder abzunehmen!
  5. Hundekotbeutel
    Wie überall, gehört auch am Berg dazu –> Räum den Kot deines Hundes weg!

Und nach dem Wandern auch mal schlafen 🙂

Wer viel wandert muss auch mal seine Reserven wieder auffüllen. Vergesst nicht darauf, dass eure Hunde auch viel Ruhe brauchen und nach einer großen Wanderung auch mal ein Tag Pause eingelegt wird!

Shorty und Stella schlafen

Zu guter Letzt bleibt mir nur mehr euch viel Spaß beim Wandern zu wünschen. Ihr werdet mit euren Hunden am Berg viel Schönes erleben, wenn jeder Rücksicht auf andere nimmt!

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