Shorty's Blog

Die Grundbedürfnisse des Hundes

Wie jedes andere Lebewesen haben auch Hunde Grundbedürfnisse, welche erfüllt werden müssen, damit sie ein ausgeglichenes und erfülltes Leben haben. Dabei geht es aber nicht nur um um das gute Gefühl des Menschen, den Hund glücklich zu machen indem man seine Bedürfnisse befriedigt. Viele Verhaltensprobleme oder unerwünschtes Verhalten bei Hunden lassen sich darauf zurückführen, dass seine Grundbedürfnisse nicht erfüllt sind. Hundemenschen beschäftigen sich sehr viel mit ihren Tieren, umso mehr wundert man sich wie wenig Leute wirklich Bescheid wissen, was ihr Vierbeiner eigentlich braucht.

Melvin posiert fürs Foto

Knabbert dein Hund Tische, Stühle, Kästen, e.t.c. an?

Möglicherweise hat er zu wenig artgerechte Beschäftigung!

Ist dein Hund unaufmerksam und nicht müde zu bekommen obwohl du bereits 3 Stunden am Tag trainierst und 2 Stunden Spazieren gehst?

Möglicherweise braucht dein Hund mehr Ruhe! Ein zu müder Hund reagiert ähnlich wie ein Hund, der zu wenig ausgelastet ist (sehr schnelle Reaktionen, Schnelle Bewegungen, e.t.c.)

Früher war das Hauptproblem bei Familienhunden die verhaltensauffällig wurden, dass sie nicht artgerecht und ausreichend beschäftigt wurden. Heute geht die Richtung aber in eine Ähnliche wie beim Menschen! Reizüberflutung und zu wenig Ruhephasen: Burn-Out beim Hund!

Die Liste könnte man mit vielen Beispielen und dazugehörigen Lösungen weiterführen und natürlich noch viel detaillierter ausführen. Was sind aber jetzt diese Grundbedürfnisse? Vielleicht könnt ihr euch das Ein oder Andere für eure Hunde daraus mitnehmen.

Die Grundbedürfnisse des Hundes

  1.  Futter und Wasser
    Was sich auf den ersten Blick selbstverständlich anhört und schon fast lächerlich klingt es zu erwähnen, ist das richtige Futter und ausreichend frisches Wasser.
    Physische oder sogar psychische Probleme des Hundes können von falscher Fütterung kommen! (z.B.: Futtermittelunverträglichkeit)
    Wenn auch selbstverständlich, beachtet folgende Punkte zu „Futter und Wasser“:
    • Hund sollte immer Zugang zu ausreichend frischem Wasser haben
    • Hund sollte regelmäßig geeignetes Futter bekommen und gut ernährt werden. (Regelmäßig muss nicht zwingend zu festen Uhrzeiten heißen!)
  2. Sicherheit

    Auch die Sicherheit ist ein fast als selbstverständlich zu sehender Punkt zu sehen, wobei hier bereits bei dem ein oder anderem Hund Probleme auftreten könnten. Gemeint ist mit Sicherheit, dass der Hund in Verhältnissen leben darf, die artgerecht sind und ihm ein Gefühl von Sicherheit und Konstanz geben. Je nachdem wie sicher oder unsicher der Hund ist, braucht dieser Punkt mehr oder weniger Beachtung.
    Auch Druck und Stress sollte bei Hunden unbedingt vermieden werden. Zu viel in zu geringer Zeit von dem Hund zu fordern treibt ihn oft in die Überforderung und bringt dem Hund Stress, wodurch er noch langsamer lernt –> der Druck steigt noch mehr und so kommt man in eine gefährliche Spirale.

    Welche Sicherheit für einen Hund also unbedingt nötig ist:
    • Freiheit von Schmerz und Angst
    • Rückzugsmöglichkeiten
     
    Was speziell für unsichere Hunde auch stark zu beachten ist:
    • mindestens eine feste Bezugsperson
    • geregelte Tagesabläufe
    • eine sichere Führung
  3. Beziehung
    Die Beziehung zwischen dir und deinem Hund basiert darauf, dass du die Bedürfnisse deines Vierbeiners erkennst und darauf eingehst. Konflikte zu lösen (z.B. mit anderen Hunden oder „ganz gefährlichen“ anderen Dingen wie dem flatternden Handtuch am Zaun) sowie einfach tolle Dinge gemeinsam zu erleben, fördern die Beziehung zwischen euch!
    Nicht zu verwechseln ist jedoch die Beziehung mit der Bindung! Die Bindung wird gestärkt durch Verlässlichkeit, Berechenbarkeit oder Rituale im Alltag. Sei ein guter Chef für deinen Hund –> kein dominanter Herrscher, aber auch kein antiautoritärer Leckerli- und Futterspender.
  4. Bewegung
    Die Frage „Wie viel Bewegung braucht ein Hund?“ ist nicht genau zu beantworten, da es zum einen große Rasseunterschiede und auch Unterschiede in den einzelnen Individuen gibt, und es außerdem stark vom Lebensstil abhängt! Man sollte sich bereits vor Kauf eines Hundes damit auseinandersetzen, wieviel Bewegung eine bestimmte Rasse ungefähr braucht und ob man diesen Zeitaufwand auch aufbringen kann. Bewegung kann zum einen klassisches „Gassigehen“, aber auch kombiniert mit einer kognitiven Beschäftigung sein. 
    Wenn der Hund einen freien Zugang zu einem großen Garten hat kann er sich dort auch gut bewegen und hat eine gewisse Bewegung, was aber keinen Spaziergang über größere Distanz ersetzt!
    Wollt ihr mit eurem Hund eine größere Wanderung machen oder auch mehrere Tage hintereinander? 7-8 Stunden Bewegung oder mehr ist für die meisten Hunde viel zu viel, was aber nicht heißt, dass man diese Wanderung nicht machen kann! Je nach dem wie intensiv sie werden soll kann man sich zum einen drauf vorbereiten, zum anderen aber wenn sie keiner Vorbereitung bedarf, vielleicht dann einfach dem Hund ein paar Tage Ruhe gönnen!
    Eine qualifizierte Aussage darüber zu treffen, wie lange nun also der Hund täglich bewegt werden soll ist nicht allgemein möglich. Bei einem durchschnittlichem mittelgroßen Hund wie einem Labrador oder Golden Retriever spricht man von 1-2 Stunden Bewegung täglich.
     
    Wichtig ist außerdem, dass Welpen nicht zu viel Bewegung bekommen! Bremst eure Welpen! Erstens können junge Hunde sehr schwer einschätzen, wieviel Kondition noch übrig ist, zweitens ist für Welpen viel Ruhe wichtig, da auch die Gelenke noch nicht auf Höchstleistungen ausgelegt sind. Fragt man 5 verschiedene Hundetrainer, wird man 5-10 verschiedene Meinungen hören, wie viel Bewegung Welpen wirklich brauchen. Ein guter Richtwert ist aber rund 5 Minuten pro Lebensmonat am Tag (Welpe ist 6 Monate alt –> rund 30 Minuten Bewegung am Tag)
  5. Beschäftigung
    Es gibt kaum ein so viel diskutiertes Thema wie die kognitive Beschäftigung von Hunden. Das Angebot geht heutzutage ins Unendliche. Von A wie Apportieren bis Z wie Zerrspiele gibt es tausende verschiedene Arten einen Hund kognitiv zu beschäftigen. Wichtig dabei ist, dass die Beschäftigung zum Hund passt. So ist es nicht zielführend, einen Chihuahua zum Schlittenhund auszubilden, wohingegen ein Husky damit aufblühen wird. Wer einen Border Collie beschäftigen will, muss sich nicht unbedingt eine Herde Schafe anschaffen. Trotzdem muss man diese Rasse artgerecht auslasten und eine fordernde Aufgabe finden, wie die Rettungshundearbeit oder intensives Dummytraining, wo er auch seine Nase einsetzen muss!
    Wichtig ist, dass die gewählte Beschäftigung Spaß für Hund und Mensch bringt. Bringt Abwechslung in den Alltag und konzentriert euch nicht ausschließlich auf eine Aufgabe. Manchmal ist es auch für den Hund sehr spannend eine neue Aufgabe zu lernen!
    Mehr zur artgerechten Beschäftigung werde ich bestimmt in einigen meiner nächsten Beiträge mit aufnehmen!
  6.  Schlaf und Ruhe
    Erwachsene Hunde schlafen 16-18 Stunden pro Tag. Wie das Sprichwort sagt, sollte man „schlafende Hunde nicht aufwecken“, da sie diese Ruhe auch benötigen. Außerdem verbringen sie weitere 4-6 Stunden in einem „ruhendem“ Zustand, liegen also herum und schauen oder beobachten ihr Umfeld an dem sie aber nicht aktiv teilnehmen. Wenn der Hund nicht schläft, sind in diesem Zustand Schmuseeinheiten oder Streicheln sehr gern gesehen und wichtiger Teil des Zusammenlebens.
    Bedeutet das, ich darf mit meinem Hund keine 5-Stunden Wanderungen machen? Nein, keineswegs! Wenn der Hund an längere Aktivitäten gewöhnt ist, ist das überhaupt kein Problem. Höre aber auf die Körpersprache deines Hundes und gönne ihm eine Pause, wenn er sie benötigt! Außerdem sollten solche Aktivitäten nicht jeden Tag stattfinden: Dein Hund hat auch gerne mal einen Tag pause zum Faulenzen. Willst du doch selbst auch, oder?
    Speziell Welpen und ältere Hunde brauchen noch mehr Schlaf und schlafen bis zu 20 – 22 Stunden am Tag! Gönne ihnen diese Ruhe, sie brauchen sie!
    Folgendes ist zusammengefasst also wichtig für die Ruhe deines Hundes:
    • Ein schlafender Hund sollte nicht geweckt werden
    • Jeder Hund braucht einen Rückzugsort, an dem er ungestört ist. Dort sollte er nicht „belästigt“ werden –> Auch kein Streicheln, kuscheln, e.t.c.
  7. Spielen
    Hunde wollen manchmal auch einfach nur Hunde sein und tun und lassen dürfen, was sie wollen: Toben, Buddeln, Rennen, Schnüffeln und Spielen. Spielen zum einen mit Artgenossen, spielen aber auch mit dem Menschen. Richtiges Spielen zwischen Mensch und Hund ist ein wichtiger sozialer Aspekt und stärkt die Bindung. Außerdem fördert es gleichzeitig den Gehorsam des Hundes
Timba bei der Rettungshundearbeit mit Johanna

Rettungshundearbeit ist eine hervorragende Möglichkeit, einen Hund kognitiv zu beschäftigen!

Vielleicht probiert ihr in den nächsten Tagen auch die 7 individuellen Grundbedürfnisse eures Hundes zu erkunden und sie aus seiner Körpersprache zu lesen. Schafft ihr es und erfüllt ihr seine Bedürfnisse, wird euer Hund es euch danken!

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