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Der Hund im Lockdown – Ist Corona Fluch oder Segen?

Der Hund hat in der Corona-Krise eine sehr kontroverse Stellung eingenommen. Durch den Lockdown und das Homeoffice verbringen die Hundehalter mehr Zeit mit ihren Hunden, viele Denken aufgrund dieser Situation auch erst drüber nach sich einen Hund anzuschaffen – Die Deutschen haben sich laut Spiegel.de 2020 um 20% mehr Hunde gekauft als in den vergangenen Jahren! Ist also Corona Fluch oder Segen für die Hundewelt? Dem gehe ich auf den Grund!

Hund im Homeoffice

Lockdown ... Lockdown ... Lockdown

Das Coronavirus hat uns alle – weltweit – im Griff. Jeder darf für sich selbst entscheiden, wie er zu den Maßnahmen der Regierungen steht. Fest steht jedoch, wir müssen alle einen Teil dazu beitragen die Pandemie zu bekämpfen und das ist leider bei den meisten damit verbunden, sich Zuhause quasi einsperren zu müssen. Man trifft sich nicht mehr mit Freunden; das „Video-Chat-Bier“ ist schon langweilig geworden; die Hobbies können nicht mehr ausgeübt werden und sogar arbeiten muss man nun schon von Zuhause – im Homeoffice. Da ist es nur allzu verständlich, dass einem die Decke irgendwann auf den Kopf fällt. Glücklicher sind da schon Hundebesitzer, denn die können/müssen raus und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das tut wirklich gut! Denn der Hund ist eine willkommene Abwechslung: der Freund der nicht auf Besuch kommen darf; der Optimist, der nicht von Corona spricht; der Sportsfreund; der beste Kumpel und Stimmungsmacher. Hört sich doch alles nach einem Segen für Hunde und Hundebesitzer an, aber ist das wirklich so?

Mehr Zeit für den Hund - Lockdown als Fluch oder Segen?

Grundsätzlich kann man sagen: Klar es ist eine tolle Situation für Hundebesitzer, dass sie nun viel mehr Zeit mit ihren geliebten Vierbeinern verbringen können. Wenn man zwar im Homeoffice vielleicht auch qualitativ für seinen Hund nicht Zeit hat, zumindest die Nähe tut schon gut und kann nur positiv sein. Auch ausgedehnte Spaziergänge sollten mit dem minimierten Freizeitangebot überhaupt kein Problem mehr sein und das wird die Hunde ausnahmslos sehr freuen! Vorsichtig sollten Hundehalter nur sein, dass Hunde auch auf ihre (vielleicht sogar gewohnten) Ruhephasen kommen. Ist man den ganzen Tag zuhause, entsteht die Gefahr, dass der Hund nicht zur Ruhe kommt, daher sollte in dieser Zeit speziell drauf geachtet werden, dass der Hund seine Ruhezeiten bekommt und einhalten kann. Wenn man das jedoch berücksichtigt, ist mein Kredo ganz klar: Für den Hund ist es ein Segen!

Ein Welpe kommt ins Haus - Wann wenn nicht jetzt einen Hund ? Aber bitte gut überlegen!

Da man nun viel mehr Zeit hat, wenig aufregendes erlebt und vor allem durch die Kontaktverbote stark vereinsamt wäre es doch eine gute Idee sich jetzt einen Hund anzuschaffen, oder? Der Hund würde helfen, nicht zu vereinsamen, er ist eine tolle Art sich zu beschäftigen und überhaupt ist ein Hund sowieso eine tolle Sache!

STOPP!

Ja richtig, die aktuelle Situation ist eine tolle Zeit sich einen Welpen anzuschaffen, aber es kommt auch eine Zeit danach! Wenn auch die viele Zeit die man jetzt vielleicht hat toll wäre für die Erziehung eines Welpen und „bis er aus dem gröbsten Heraussen ist“ aber ich warne davor so eine Entscheidung jetzt zu treffen, denn es wird eine Zeit kommen in der wir nicht mehr so viel Zeit haben, und der Hund dann vielleicht so eine große Belastung wird, dass er dann vielleicht in den eBay Kleinanzeigen oder im Tierheim landet!

Also, wenn du wirklich vor hast dir jetzt einen Hund anzuschaffen, stelle dir bitte folgende Fragen:

  • Wieviel Zeit und Geld kann ich für einen Hund jetzt aufwenden?
  • Wieviel Zeit und Geld kann ich für einen Hund aufwenden, wenn die Zeiten wieder normal werden? Habe ich andere Hobbies, welche nicht zu einem Hund passen? Jetzt hast du vielleicht Zeit, aber ist das auch nach dem Lockdown noch so?
  • Wie lange muss ich nach den Lockdowns täglich arbeiten? Einen Hund für ein paar Stunden allein zu lassen kann normalerweise schnell gelernt werden, aber 8-10 Stunden die ein Vollzeitjob verschlingt sind für einen Hund zu viel. Ohne anderen Personen im Haus wird das in Zukunft nicht funktionieren.
  • Wie sieht es mit Urlaubsreisen aus? Aktuell ist nicht an Urlaub zu denken, aber was ist nächstes Jahr, was ist in 3 Jahren, was in 5? Mit einem Hund muss man seine Reiseplanung anpassen. Entweder man reist mit Hund oder man braucht eine gute Alternative, wo der Hund während des Urlaubs bleiben kann.
Und da gibt es noch viel mehr Fragen, die man sich unbedingt stellen sollte. Am besten wäre, sich von einem Hundetrainer beraten zu lassen, ob ein Hund in das Leben (auch nach dem Lockdown) passt und man seinen Grundbedürfnissen auch nach dem Lockdown noch gerecht wird! 

Aber:

Für den der schon lange im Kopf hatte sich einen Hund anzuschaffen und sich sehr gut überlegt hat, ob ein Hund in sein Leben passt könnte dies eine tolle Gelegenheit sein, da man somit speziell in der Welpen- und Kennenlernphase viel Zeit für seinen Hund hat und ihn länger auf den normalen Alltag vorbereiten kann. Dies sollte jedoch – speziell auf das Leben „nach Corona“ abgestimmt – wohl überlegt sein.

Kontaktverbot - Auch belastend für den Hund!

Nicht nur für den Mensch ist er Wegfall von Sozialkontakten schlecht und belastend, nein auch Hunde können davon Schaden nehmen. Die Kommunikation zwischen den Hunden ist sehr fein und muss ständig gepflegt werden. Ein paar wenige Wochen keinen anderen Hund zu sehen ist wohl kein Problem aber nachdem die Krise nun schon fast ein ganzes Jahr die Hundeplätze und Sozialkontakte zum Stillstand gebracht hat haben viele Hunde wenig bis keinen Sozialkontakt mehr zu Artgenossen. Speziell bei jungen Hunden wäre das jedoch so wichtig für eine gute Sozialisierung und das Sozialverhalten der Tiere.

Versuche als trotz Lockdown den ein oder anderen bekannten mit Hund zu treffen. Die Menschen können – mit Abstand – die Abwechslung genießen und die Hunde können die sozialen Kontakte pflegen.

 

Vor allem Welpen müssen unbedingt gut sozialisiert werden und Kontakte zu Artgenossen pflegen. Dazu sollte man unbedingt auf „vernünftige“ Kontakte zu anderen Hunden achten. Welpengruppen in denen alle Hunde unkontrolliert aufeinander losgelassen werden sind eher kontraproduktiv dafür als eine Hilfe zur Sozialisierung.

Der Hund im Lockdown - Ist Corona Fluch oder Segen?

Genau kann man diese Frage wohl nicht beantworten, wenn jedoch ein paar Dinge beachtet werden sind die Hunde und deren Halter die klaren Krisengewinner:

  1. Achte darauf, dass dein Hund auch auf seine Ruhezeiten kommt, wenn du viel mehr daheim bist.
  2. Bitte leg‘ dir keinen Hund zu weil du jetzt mehr Zeit hast und einen Begleiter für den Lockdown suchst. Ein Hund ist ein Begleiter über viele Jahre. Auch nach dem Lockdown und nach Corona müssen die Bedürfnisse eines Hundes erfüllt werden können.

Hunde sind keine Spielzeuge oder Mittel zum Zweck in einer Schwierigen Zeit. Die Anschaffung eines Hundes muss wohl überlegt und geplant sein. Wenn die Voraussetzungen jedoch erfüllt sind, wird die aktuelle Zeit Segen für Hundehalter und Hund!

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