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Der „böse“ Wolf – Ein Tier mit vielen Vorurteilen

Der „böse Wolf“ wird uns schon in der Kindheit als Fabelfigur in verschiedenen Märchen als gefährliche Kreatur beschrieben. Auch unter Erwachsenen erfreut sich der Wolf nicht gerade bester Beliebtheit. Gleichzeitig ist der Hund, welcher als Nachfahre des Wolfes gilt beliebter denn je. Doch woran liegt es und stimmen die Vorurteile gegenüber dem Wolf? Dieser und weiterer Fragen werde ich in den nächsten Wochen in einer kleinen Wolfs-Reihe auf den Grund gehen.

Rotkäppchen und der Böse Wolf

Der Wolf - Das Paradebeispiel der Rudeltiere oder doch nicht?

Als Paradebeispiel für Rudeltiere werden meist der Hund oder der Wolf beschrieben. Jeder weiß, dass der Wolf ein Rudeltier ist. Es gibt einen Alpha-Rüden, der der klare, dominante, Chef im Rudel ist, eine Alpha-Hündin, als seine Partnerin. Sie fressen zuerst, haben das Recht zur Fortpflanzung und haben das sagen im Rudel. Die anderen, müssen sich unterordnen und sich an die Alphatiere halten. Wer sich für stark genug hält, kann es auch mal mit dem Alpha-Rüden aufnehmen und um seinen Rang im Rudel kämpfen.

 

So oder so ähnlich hat man die Wölfe bis vor einigen Jahren gesehen und die Ausbildung von Hunden hat oft auf diese Theorie aufgebaut. Doch diese Theorie ist längst überholt. Der Wolf wurde lange Zeit nur in Gefangenschaft und in künstlich zusammengewürfelten Rudeln in eingezäuntem Gelände wissenschaftlich beobachtet und dabei sind genau diese Rangordnungen und Rudelbildungen beobachtet worden. Mittlerweile weiß man jedoch, dass die Realität in der freien Wildbahn anders aussieht.

 

Ein Rudel in der freien Wildbahn besteht fast immer nur aus einem Familienverbund bestehend aus dem Eltern-Paar und dessen Nachkommen. Also zwei erwachsenen Tieren, einigen Jungwölfen und den Welpen. Sobald die Wölfe ein bis zwei Jahre alt sind, setzen sie sich von der Familie oder dem Rudel ab, bevor ernsthafte Auseinandersetzungen zwischen Erwachsenen Tieren entstehen. Verlassen sie das Rudel als Einzeltier, so begeben sie sich auf Partnersuche und bilden ihre eigene Familie (=Rudel). Nur in Gefangenschaft, wenn die Tiere künstlich zusammengewürfelt sind oder nicht abwandern können entstehen Rangordnungen und damit einhergehend kämpfe um diese Rangordnung.

 

Im Grunde sind Wölfe also Tiere, die stets nach einer aggressionsfreien Umgebung streben und Konflikten aus dem Weg gehen. Wölfe sind angewiesen auf ihre Gesundheit und daher sind Auseinandersetzungen und Kämpfe auch nicht an der Tagesordnung.

Der Wolf und der Mensch

Genau aus dem Grund, dass der Wolf sehr genau darauf achtet, Energie zu sparen und Konfrontation zu meiden geht er auch Menschen großräumig aus dem Weg. Er hat Angst vor Menschen, da er weiß, dass Menschen gute Jäger sind! Durch seine außergewöhnlich stark ausgeprägte Fähigkeit des Geruchssinnes kann der Wolf Menschen zum Teil hunderte Meter oder sogar kilometerweit riechen. Selbst wenn er also bei uns wieder heimisch wird, ist die Chance auf einen Wolf zu treffen sehr gering und selbst wenn, würde er wahrscheinlich sofort flüchten. Es gibt übrigens weltweit kaum dokumentierte Fälle in der modernen Zeit in denen ein Wolf in der freien Wildbahn einen Mensch angegriffen hätte. Eine direkte Gefahr für den Menschen besteht daher de facto nicht.

Ein unvergessliches Erlebnis – Nina und ich mit dem domestizierten amerikanischen Grauwolf Chitto  im Wolf Science Center in Ernstbrunn / Niederösterreich. Eine Führung mit Wolfsspaziergang ist zwar nicht billig, aber für einen guten Zweck und jedenfalls das Erlebnis wert! Mehr unter https://www.wolfscience.at/

 

Einwanderer in Österreich ?

Im Herbst 2020 wurde in Münzkirchen (Bezirk Schärding, OÖ) ein toter Wolf gefunden. (Klicke hier für mehr Info) Höchstwahrscheinlich wurde der Rüde angefahren und ist aufgrund seiner Verletzungen gestorben. Gibt es also wieder Wölfe im Innviertel? Aktuell gehen Wissenschaftler davon aus, das sich rund 35 Wölfe in freier Wildbahn in Österreich befinden, die meisten davon im Norden des Mühlviertels bis nach Niederösterreich. Geht man davon aus, dass das Streifgebiet (ugs. Territorium) einige duzend bis hin zu 13.000 km² betragen kann, also einer Fläche von gesamt Oberösterreich, so kann man davon ausgehen, dass der Wolf in Österreich bereits heimisch ist. Der Fund in Münzkirchen wurde jedoch mittels DNA Analyse als italienischer Wolf identifiziert, somit konnte bewiesen werden, dass das Individuum auf seiner Durchreise ums Leben gekommen ist.

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